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Von
Bärbel Hilbig
Noch bevor es am Freitag richtig losging mit der 50. Geburtstagsfeier
für die Freiluftschule Burg, konnten die Gäste hautnah erleben,
worum es an dieser besonderen Schule eigentlich geht: Kinder der Peter-Petersen-Schule,
die bei der Feier singen und tanzen wollten, waren spontan in den Wald
gerannt, und dort entdeckten sie lauter kleine Frösche. Wir
haben es kaum geschafft, sie rechtzeitig zurückzuholen, sagt
Klassenlehrerin Dagmar Vincentz.
Wie diese Drittklässler haben im Laufe eines halben Jahrhunderts
rund 85 000 Schüler aus Hannover eine Woche auf dem 6,5 Hektar großen
Gelände die Natur entdeckt. Und wenn das Wort Freiluftschule
fällt, erinnern sich viele Hannoveraner mit Rührung an eine
besonders interessante und spannende Woche in ihrer Schulzeit. Heute besuchen
pro Woche zwei Klassen, meist aus dem dritten oder vierten Schuljahr,
das Holzhaus mitten in einem Waldstück, das zum Schulbiologiezentrum
gehört.
Ein Eichhörnchen, das von Ast zu Ast springt, ist wichtiger
als meine Ansage, erklärte Leiter Winfried Noack eines der
Prinzipien der Freiluftschule. Es gebe kein festes Thema, keine Medien,
keine Schulzeiten mit Pausenklingel. Wir arbeiten mit dem, was den
Kindern lebendig vor Augen ist ohne Zeitdruck, aber dafür
umso eindrucksvoller. Wie
wichtig das ist, betonte Harald Gropengießer, Professor für
Didaktik der Biologie an der Leibniz-Uni: Vielen Kindern ist
die lebendige Welt heute fremd. Aber unser Denken gründet auf Erfahrung.
Das pädagogische Konzept ist so frisch wie zu Beginn,
lobte Schuldezernent Harald Böhlmann. Das sei angesichts der
geringen Haltbarkeit vieler pädagogischer Ideen besonders erstaunliche.
Auch darum wurde Winfried Noack am Freitag nach 22 Jahren als zweiter
Leiter der Freiluftschule nur mit großem Bedauern in den Ruhestand
verabschiedet und mit herzlichen Dankesworten der Schulverwaltung.
Vorgänger Herbert Boldt stand der Schule sogar 28 Jahre vor. Klaus
Thomaier, der Leiter des Schulbiologiezentrums, hob hervor, dass Noack
stets die Fähigkeit bewahrt habe, die Kinder so mitreißend
zu begrüßen, als sei es das erste Mal.
Nächste Woche stellt Noack diese Fähigkeit noch einmal unter
Beweis. Aber auch die Nachfolge an der Freiluftschule ist schon geregelt:
Grundschullehrerin Bettina Knälmann wird Kindern künftig
die Natur näherbringen.
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